Ein im „Stich gelassenes“ Mädchen ...

... sei sie, das jetzt am Wegesrand steht und auf ihren Liebhaber wartet, so sagt es der Volksglaube.

Die Wegwarte (Cichorium intybus) hat eine lange Tradition. Als Heilpflanze hatte sie ihre Hochzeit um 1670. Die Wurzeln wurden pulverisiert und dem Essen beigegeben. Das sollte vor Ehebruch schützen und den Frauen die Geburt erleichtern.
Die in der ganzen Welt vorkommende Wildpflanze enthält viele Bitter- und Gerbstoffe und schon im alten Ägypten, Griechenland und Rom war sie als Heilpflanze bekannt. Man kann sie auch in Büchern von Hildegard von Bingen, Paracelsus und Sebastian Kneipp finden, die sich lobend über sie geäußert haben. 


Aber auch als Nutzpflanze findet sie Verwendung. Die eisenhaltigen Blätter der Gemeinen Wegewarte (Cichorium intybus var. intybus) ergeben gekocht ein schmackhaftes Gemüse.
Daneben gibt es aber auch noch zwei andere Unterarten, die als Kulturpflanzen genutzt werden. Da wäre einmal die Wurzel- oder Kaffeezichorie (Cichorium intybus var. sativum) und dann der allseits als Salat verwendete  Chicorée bzw. Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum). Aus der Wurzel- oder Kaffeezichorie wird bis heute das Kaffeegetränk Zichorienkaffee hergestellt. 
Die Älteren unter uns wissen zumindest aus Erzählungen noch, das während des Krieges und auch in den Nachkriegsjahren diese Wurzel im großen Maße als Kaffee-Ersatz diente. Heute wird sie hier in Deutschland aber kaum noch angebaut.

Kommentare

  1. Das ist sehr interessant und mit dem Kaffeeersatz war mit unbekannt. Erstaunlich auch wieder mit den Unterarten insgesamt, denn Chicorée hätte ich da nicht vermutet. Das ist ein Salat den ich supergerne esse und den ganz und keinen Keil rausgeschnitten weil "bitter".

    Schön finde ich auch den Volksglauben, auch noch nie gehört. Von daher heute wieder einiges gelernt danke ich dir für den informativen Post und die schönen Aufnahmen.

    Liebe Grüssle

    Nova

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  2. Tatsächlich, den Ausdruck Zichorienkaffee kenne ich noch aus den Erzählungen meiner Mutter ;-)
    Aber sonst kannte ich die genaue Entstehung und die Erklärungen von dir zu dieser hübschen Pflanze noch nicht.
    Außerdem ist sie sehr hübsch, eine tolle Makro-Aufnahme !
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir mit
    lieben Grüßen Jutta
    Jutta

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  3. und wieder hast du einen Schönheit am Wegesrand entdeckt, die ich auch sehr mag.

    Danke für die viele Info, da ist einiges dabei was ich nicht wusste..... ich fotografiere eigentlich immer nur, das Recherchieren fällt bei mir oft hinten runter, sollte ich vielleicht auch öfter mal machen.

    lg gabi

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  4. Da habe ich wieder etwas dazu gelernt. Wer kennt sie nicht , diese leuchtende und feine Blüte am Wegesrand!? Dank deinem Post werde ich ihr künftig mehr Beachtung schenken.
    Liebe Grüße ins Wochenende
    Lieselotte

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  5. Wow, das ist aber eine schöne Pflanze. Und will Wissenswertes drum herum. Danke für das schöne Bild und die passende Erläuterung dazu. Wieder habe ich etwas dazu gelernt.

    LG
    Sandra!

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  6. Liebe Jutta,

    den anfangs zitierten Volksglauben kannte ich bisher noch nicht, aber sehr wohl den Kaffee-Ersatz.
    Davon berichteten meine Mama und mein Opa immer. Was wollten sie auch anderes machen, als es keine Kaffeebohnen in der Kriegszeit gab, die Menschen wurden erfinderisch. :-)

    Auf jeden Fall mag ich die Wegwarte sehr und freue mich, wenn sie mir am Wegrand begegnet.
    Jetzt genieße ich den Anblick hier von deinem mitgebrachten Foto. :-)

    Liebe Grüße und ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    Christa

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  7. Liebe Jutta,
    da hast du dieser schönen blauen Blüte einen ebenso schönen Beitrag gewidmet. Den Zichorienkaffee oder Muckefuck kenne ich noch von meinen Eltern. Manchmal wundert man sich schon über die Verwandtschaften zwischen den Pflanzen. Das mit dem Chicorée war mir bekannt, aber erstaunlich ist es schon. Mir sind heute ebenfalls die blauen Blüten der Wegwarte aufgefallen, aber es gab so viel anderes zu fotografieren, dass ich dazu gar nicht mehr gekommen bin.
    Herzliche Grüße – Elke

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  8. ein sehr schönes Bild
    ja.. dass sie als Kaffeeersatz diente kenne ich auch noch
    auch die Verwandschaft zum Chicoree
    dass man die gemeine Wegwarte auch als Gemüse nutzen kann wusste ich aber noch nicht

    liebe Grüße
    Rosi

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  9. Ein sehr schönes Bild. liebe Jutta...Wie immer so wunderbar deutlisch, jede Einzelheit..
    Liebe Herzliche Grüsse
    Elke

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  10. Liebe Jutta,
    bei uns sind die Radwege mit Wegwarten umgeben, ich hatte es schon mal bei mir vorgestellt, ich finde die Blüte sehr, sehr schön. Die Geschichte mit dem Kaffeeersatz die kenne ich noch aus eigener Erfahrung, mir hat er als Kind nie so recht geschmeckt. Das wäre noch anzumerken, sie wächst wirklich auffällig an Wegrändern.
    Liebe Grüße
    Edith

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  11. Ein wunderschönes Fotot von dieser hübschen Blüte! Was für eine schöne Farbe!
    Ich danke Dir für Deinen ausführlichen Text zu dieser Pflanze! Sehr interessant zu lesen.
    Ich wußte gar nicht, dass Chicorée eine Verwandte dieser Pflanze ist. Erstaunlich!
    Ich trinke ihn tatsächlich heute noch im Getreidekaffee, da ist er mit drinne.

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  12. Ich mag die Wegwarte sehr! Dieses unglaubliche Blau! Und wie sie am langen Stängel eine Knospe nach der anderen öffnet, nicht alle auf einmal, was ihr ein etwas seltsam ständiges Aussehen gibt.
    (Habe Deinen Blog gerade erst entdeckt, werde noch mehr schauen, schön hier!)
    Liebe Grüße
    Nina

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